Der Dresdner Maler Adolf Böhlich

Sein Studium an der Dresdner Akademie beendet Adolf Böhlich 1958. Seine erste Personalausstellung hat er 35 Jahre später in Bautzen, wahrlich ein Spätstarter!
In seinen Katalogen finden sich Lieblingszitate wie: „Es ist im Malen etwas Unendliches" (van Gogh) oder „Die Inspiration ist ein Gast, der nicht Faule zu besuchen liebt – Arbeiten muss man immer!“ (Tschaikowski).
Tatsächlich hat der Lehrerbildner Prof. Dr. sc. Adolf Böhlich 40 Jahre lang die Aus- und Weiterbildung von mehr als 2000 Kunsterziehern, inkl. der Betreuung von Diplomanden und Doktoranden, sowie eigene Publikationen und Forschungsarbeiten geleitet und begleitet und daneben gezeichnet, radiert und aquarelliert. Die große Zahl dieser Arbeiten haben viel dazu beigetragen „inwendig voll Figur“ zu sein, zitiert Böhlich seinen prominenten Kollegen Caspar David Friedrich.

Nach unfallbedingten schweren und folgenreichen Verletzungen 1990 wird die spontan-verfließende Aquarellmalerei ihm die einzig verbleibende und mögliche künstlerische Technik. Mit dem Wechsel seiner Professur von der pädagogischen Hochschule an die TU Dresden 1992 entsteht auch die Gelegenheit intensiver Beschäftigung mit größer-formatigen Aquarellen.
In den letzten 20 Jahren hatte Adolf Böhlich über 50 Ausstellungen. Allein aus Anlass seines 80. Geburtstags im Jahr 2013 waren es acht, im Stadtmuseum Zittau seine bisher größte mit über 100 Arbeiten. Parallel dazu waren in Liberec und mehreren Orten des Schluckenauer Zipfels, wo Böhlich am 29. April 1933 geboren wurde, mehrere Ausstellungen, auch mit Schenkungen verbunden, zu sehen.

Böhlich ist Traditionalist im besten Sinne. Er lobt seine ehemaligen Dozenten, darunter Gerhard Kettner für die „gestaltungstheoretische Durchdringung der praktischen künstlerischen Arbeit“, welche damit die schöpferische Selbständigkeit der Studenten fördere. Vor einigen Jahren interessierte sich ein japanischer Kollege Böhlichs für die Dresdner Malschule und stieß dabei auf dessen bekanntestes Lehrbuch zum grafischen Gestalten „MIT FEDER, STIFT UND PINSEL“, welches bereits in der DDR in 6 Auflagen (eine davon in Englisch) erschien und bis heute verwendet wird. Dieser übersetzte es zunächst ins Japanische, dann ins Amerikanische, verband dies mit zwei kunstwissenschaftlichen Konferenzen unter dem Titel „With Nature Coexisting – Human Nature“ und Ausstellungen in Mizunami und Kobe mit Werken von Kettners Lehrer Hans-Theo Richter, Kettner selbst und dessen Schüler Adolf Böhlich. Dies macht vielleicht die Bedeutung von Dresdens malerischen Traditionen und der hiesigen Ausbildung von Kunsterziehern in Japan deutlich.

Adolf Böhlich möchte, dass seine Arbeiten „unter die Menschen kommen“. Am liebsten aquarelliert er zu klassischer Musik (Tschaikowski etwa) und spürt dabei den Parallelen von Musik, Literatur und Malerei nach. Theorie ist dem Künstler so wichtig, wie ein Kompass dem Kapitän. Dabei ist dieser Kompass ihm nichts Abgehobenes, sondern er wurzelt in der Erfahrung und im Menschlichen.
Bisher hat Böhlich über 800 seiner Arbeiten für soziale Zwecke - besonders in der Russland-, Ukraine- oder Afrikahilfe, die damit soziale Projekte finanzieren, aber auch an Altenheime, Schulen, Hochschulen, städtische Galerien und Museen in Deutschland, die sein Werk dokumentieren, gespendet und sieht sich für dieses Tun reich belohnt:

In das Gästebuch einer Ausstellung im russischen Jekaterinburg schreibt eine Besucherin: „…in den Bildern von Adolf Böhlich sieht man, wie schön das Leben sein könnte - ich würde jeden Tag dahin gehen…“.

Christian Simon

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